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- Michael Franz

Trumps Zölle könnten Instrumentenpreise in den USA in die Höhe treiben

Ein neuer Zollvorschlag auf Importe, Teile und Zubehör für Brass- und Holzblasinstrumente sorgt für Kritik – unter anderem, weil er mit „nationaler Sicherheit" begründet wird.

Die US-Regierung unter Präsident Trump plant, Importe, Teile und Zubehör für Blechblasinstrumente mit einem Zoll von 25 Prozent zu belegen. Der Vorschlag ist Teil einer umfassenderen Zollregelung für Aluminium-, Stahl- und Kupferderivate.

Veröffentlicht wurde die entsprechende Mitteilung vom Bureau of Industry and Security, genauer vom Office of Strategic Industries and Economic Security im US-Handelsministerium. Sie erweitert eine bereits bestehende Zollmassnahme auf Metalle um einen weiteren Posten: „Blechblasinstrumente sowie deren Teile und Zubehör" werden dabei in einem Atemzug mit Hydraulikmotoren, bestimmten Elektrokabeln, Feuerlöschern, Tankanhängern und Bodentresoren genannt.

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Brass-Instrumente: eine Gefahr für die nationale Sicherheit?

Wirtschaftspolitisches Instrument

Zölle gehören seit Trumps zweiter Amtszeit zu den zentralen Instrumenten seiner Wirtschaftspolitik. Die Begründung lautet meist, sie würden die heimische Produktion vor unfairem globalen Wettbewerb schützen. Bezahlt wird der Zoll von jenen Unternehmen, die Waren aus den betroffenen Ländern und Wirtschaftsräumen – etwa der EU – importieren.

Im Februar dieses Jahres hatte der Oberste Gerichtshof der USA entschieden, dass Trump seine Befugnisse überschritten habe; seither wurden rund 100 Milliarden US-Dollar an betroffene Unternehmen zurückerstattet. Seither sind neue Zölle in unterschiedlicher Höhe erlassen worden, die jeweils mit dem Schutz der „nationalen Sicherheit" begründet werden.

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Kritik an der Massnahme

Gerade beim Zoll auf Blech- und Holzblasinstrumente stellen Kritiker infrage, ob hier tatsächlich sicherheitspolitische Interessen berührt sind – und ob die Massnahme der amerikanischen Herstellung überhaupt nützt.

Wie die Website Classic FM berichtete, äusserte sich John Mlynczak, Präsident und CEO der National Association of Music Merchants, gegenüber der Washington Times entsprechend kritisch: Angesichts der geringen Mengen an Messing und Kupfer, die in der Instrumentenherstellung verwendet würden, sei für den Zoll kein nachvollziehbarer Grund erkennbar.

In den USA gibt es gerade einmal gut 900 Instrumentenhersteller – vom Klavierbauer bis zum Blechblas- und Holzblasinstrumentenbauer.

Rückgang der Nachfrage

Die Zollpolitik hat bereits jetzt spürbare Folgen für die Nachfrage auf dem US-Binnenmarkt: Die Importe sind gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent und gegenüber 2024 um 20 Prozent zurückgegangen, bei Blechblasinstrumenten beträgt der Rückgang gegenüber 2025 sogar bis zu 27 Prozent.

Laut dem Peterson Institute for International Economics (PIIE) lag der durchschnittliche Zollsatz auf sämtliche Musikinstrumente im ersten Quartal 2026 bei 16,6 Prozent – etwa dreimal so hoch wie noch 2024.

Werksschliessung

Erst kürzlich hatte der Instrumentenbauer Conn-Selmer die Schliessung seines Werks in Ohio bekannt gegeben. Die Produktion von Tuben, Sousaphonen und einigen Waldhörnern wird künftig nach China sowie an den zweiten Firmenstandort in Indiana verlagert.

Eigentümer des Unternehmens ist der Trump-nahe Milliardär John Paulson, der sich einst gegenüber dem Sender CNBC dafür ausgesprochen hatte, amerikanische Arbeitsplätze und die amerikanische Fertigung zu schützen – eine Haltung, die angesichts der aktuellen Werksverlagerung nach China in einem gewissen Widerspruch zur eigenen unternehmerischen Praxis steht.

[figure width="medium" caption="Die Produktion wird nach China verlagert - wohl nicht das Ziel von "America first""]

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