Mit strahlenden Gesichtern, eindrücklichen musikalischen Fortschritten und einem begeisternden Abschlusskonzert ging am Samstag, 11. April 2026, das Jugend Brass Band Lager Emmental (JUBLE) zu Ende. Bereits zum wiederholten Mal zeigte sich: Das JUBLE ist weit mehr als ein gewöhnliches Musiklager – es ist ein zentraler Baustein für die nachhaltige Nachwuchsförderung in der regionalen Blasmusikszene.
Ein Erfolgsprojekt seit 2021
Was im Jahr 2021 mit 23 motivierten Kindern und Jugendlichen begann, hat sich innert weniger Jahre zu einem festen Bestandteil der musikalischen Ausbildung im Emmental entwickelt. Vier Brass Bands aus der Region schlossen sich damals zusammen, um ein Lager für junge Musikerinnen und Musiker im Alter von 8 bis 16 Jahren ins Leben zu rufen. Ziel war es, bereits den Jüngsten – nach nur einem Jahr Instrumentalerfahrung – die Teilnahme an einem Musiklager zu ermöglichen.
Die Idee erwies sich als voller Erfolg: Die leuchtenden Augen der Teilnehmenden und die durchwegs positiven Rückmeldungen bestätigten von Beginn an die grosse Bedeutung eines solchen Angebots. Auch 2026 war das Interesse ungebrochen: Insgesamt 54 Kinder und Jugendliche reisten am Montag, 6. April, nach Schüpfheim (LU), um gemeinsam eine intensive und erlebnisreiche Lagerwoche zu verbringen.

Musik im Zentrum – und doch so viel mehr
Im Zentrum des Lagers stand die Musik – genauer gesagt die Welt der Brass Band mit ihren Blechblasinstrumenten und der Perkussion. Während fünf intensiven Probetagen arbeiteten die jungen Musikerinnen und Musiker an einem kompletten Konzertprogramm.
Der musikalische Aufbau folgte einem bewährten Konzept: Zu Beginn der Woche standen Registerproben im Fokus. In kleineren Gruppen wurden die Teilnehmenden von erfahrenen Registerlehrpersonen individuell gefördert und auf ihrem jeweiligen Instrument geschult. Diese gezielte Arbeit legte die Grundlage für die anschliessenden Gesamtproben, in denen das Gelernte zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt wurde.
Die Gesamtleitung lag in den Händen von Dirigent Jan Müller, einer in der Brass-Band-Szene bestens bekannten Persönlichkeit. Seit der ersten Durchführung des JUBLE im Jahr 2021 prägt er das Lager mit seinem ausserordentlichen Engagement und seiner Leidenschaft für die Nachwuchsförderung. Mit grossem Fachwissen, Geduld und Begeisterungsfähigkeit gelingt es ihm Jahr für Jahr, das musikalische Potenzial der Jugendlichen zu entfalten und sie zu Höchstleistungen zu motivieren.
Gemeinschaft und Erlebnisse als wichtiger Bestandteil
Neben der intensiven Probenarbeit kam auch der Freizeitteil nicht zu kurz – ein essenzieller Bestandteil, der das Lager zu einem ganzheitlichen Erlebnis macht. Die Woche bot zahlreiche Gelegenheiten für Spiel, Spass und gemeinschaftliche Aktivitäten.
«Das JUBLE bedeutet mir sehr viel»
Wie nachhaltig das Lager wirkt, zeigt sich besonders in den Stimmen der Teilnehmenden. Elena, die seit 2022 jedes Jahr im JUBLE dabei ist und Euphonium spielt, bringt es auf den Punkt:
Das Lager ist unglaublich toll und ich freue mich jedes Jahr wieder darauf. Ich habe hier viel gelernt, musikalisch, aber auch sozial. Am liebsten möchte ich immer im JUBLE teilnehmen können. Da es aber eine Altersgrenze gibt, ist dies leider nicht möglich. Dann gehe ich halt sonst im Lager mithelfen, wenn ich zu alt werde. Das JUBLE bedeutet mir sehr viel.
Solche Aussagen verdeutlichen eindrücklich, dass das JUBLE nicht nur musikalische Fähigkeiten fördert, sondern auch prägende persönliche Erfahrungen ermöglicht.
Ein Konzert als krönender Abschluss
Nach fünf intensiven Probentagen folgte am Samstagabend der Höhepunkt der Lagerwoche: das Abschlusskonzert in der MEZWAN in Oberburg. Vor rund 300 Eltern, Lehrpersonen, Freunden und weiteren Gästen präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker ein abwechslungsreiches und über einstündiges Programm.
Die Darbietungen reichten von bekannten Musicalmelodien aus „Mamma Mia“ über klangvolle Zeitreisen mit „Back to the Future“ bis hin zu modernen Hits wie „Dance Monkey“. Mit viel Spielfreude, musikalischer Präzision und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz gelang es dem JUBLE, das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln.
Ergänzt wurde das Konzert durch unterhaltsame und informative Moderationen sowie kreative Showeinlagen, die den Auftritt zu einem rundum gelungenen Erlebnis machten. Die Begeisterung der jungen Musikerinnen und Musiker war deutlich spürbar – und übertrug sich unmittelbar auf das Publikum.
Der langanhaltende Applaus am Ende des Konzerts war Ausdruck der Anerkennung für eine aussergewöhnliche Leistung. Innerhalb nur einer Woche ein derart anspruchsvolles Programm auf die Beine zu stellen, ist keine Selbstverständlichkeit – sondern zeugt von grossem Einsatz, Disziplin und Leidenschaft.

Stolz und Dankbarkeit im Organisationsteam
Auch für das Organisationsteam ist das JUBLE jedes Jahr ein besonderes Ereignis. Präsident Samuel Schibli blickt mit grosser Zufriedenheit auf die diesjährige Durchführung zurück:
Ich durfte den Verein JUBLE mit einem unglaublich tollen Vorstand gründen. Die Organisation ist kein Müssen, sondern ein Dürfen. Natürlich gibt es jedes Jahr viel Arbeit, aber jede Minute ist gut investierte Zeit. Wir sehen das in vielen Momenten – wenn die Kinder miteinander spielen, lachen und musizieren oder wenn sie uns sagen, wie wichtig ihnen das JUBLE ist.
Besonders bewegend sei für ihn jeweils das Abschlusskonzert:
Spätestens am Konzert wird mir bewusst, was die Kinder leisten. In nur einer Woche ein solches Programm zu erarbeiten, ist eine enorme Leistung. Das berührt mich und macht mich unglaublich stolz.
Ein besonderer Dank gilt dabei Dirigent Jan Müller:
An vorderster Front gilt ein riesiger Dank Jan für seine unglaubliche Hingabe und seinen Einsatz – nicht nur für das JUBLE, sondern für die gesamte Blasmusikszene und insbesondere für den Nachwuchs. Auch allen weiteren unterstützenden Personen und Partnern gebührt grosser Dank.
Nachwuchsförderung als Schlüssel zur Zukunft
Das JUBLE 2026 hat einmal mehr eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig gezielte Nachwuchsarbeit für die Zukunft der Blasmusik ist. In einer Zeit, in der Freizeitangebote vielfältiger denn je sind, braucht es engagierte Initiativen, die Kinder und Jugendliche für das gemeinsame Musizieren begeistern.
Das Lager bietet dabei ideale Voraussetzungen: Es verbindet musikalische Ausbildung auf hohem Niveau mit Gemeinschaftserlebnissen, fördert soziale Kompetenzen und schafft nachhaltige Motivation. Viele Teilnehmende kehren Jahr für Jahr zurück – ein klares Zeichen für die Qualität und Bedeutung des Angebots.

Blick in die Zukunft
Mit dem erfolgreichen Abschluss des JUBLE 2026 richtet sich der Blick bereits nach vorne: Die Anmeldung für das nächste Lager wird nach den Sommerferien 2026 eröffnet. Angesichts der positiven Erfahrungen ist davon auszugehen, dass zahlreiche Teilnehmende auch im kommenden Jahr wieder dabei sein werden.
Die Freude, die Begeisterung und der Zusammenhalt, die während dieser Woche spürbar waren, lassen keinen Zweifel daran: Das JUBLE hat sich als feste Grösse in der regionalen Nachwuchsförderung etabliert – und wird auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Blasmusikszene leisten.
So endet eine intensive, lehrreiche und emotionale Lagerwoche – mit vielen unvergesslichen Momenten, neuen Freundschaften und der Gewissheit: Die Zukunft der Brass Band Musik ist in guten Händen.
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