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- Christine Engel

Vier Tuben, eine Orgel, 22 Tarotkarten – Das Melton Tuba Quartett startet mit einer Uraufführung in sein Jubiläumsjahr

„Tarot – Spiegel der Seele“ von Enjott Schneider für vier Tuben und Orgel ist ein Werk, das in eine geheimnisvolle Welt zwischen Mythos, Spiritualität und menschlicher Seele führt: Mit dessen Uraufführung und weiteren Werken – unter anderem von Johann Sebastian Bach, Gioacchino Rossini oder Peter I. Tschaikowsky - startet das Melton Tuba Quartett am 15. November 2026 um 17 Uhr in der Christuskirche Darmstadt bei den Dotter-Konzerten seine Jubiläumstour zum 40-jährigen Bestehen.

Das eigens für das Ensemble komponierte Werk verbindet eine außergewöhnliche Klangbesetzung mit der Symbolwelt der Tarotkarten. In sieben Sätzen werden ausgewählte Karten der großen Arkana musikalisch zum Leben erweckt: „Der Narr“, „Der Magier“, „Die Hohepriesterin“, „Der Eremit“, „Der Tod“, „Der Turm“ und „Das Universum“. Die rund 24-minütige Komposition eröffnet dabei eine ungewöhnliche Klangwelt, in der die vier Tuben und die Orgel jeweils unterschiedliche Facetten der menschlichen Existenz verkörpern.

„Tarot – Spiegel der Seele“ ist ein Auftragswerk des Melton Tuba Quartetts von Enjott Schneider. „Unsere Klang- und Tonvorstellung hat uns bewogen, Enjott Schneider damit zu beauftragen. Seine Instrumentenbehandlung ist zwar klassisch, aber in der Tonsprache immer modern, spannend und trotzdem wohlklingend“, informiert das Melton Tuba Quartett für die Auswahl des Komponisten. Der mächtige, zugleich überraschend wandlungsfähige Klang der Tuben trifft bei „Tarot – Spiegel der Seele“ auf den sakralen Klang der Orgel. So entsteht eine Klangsprache, die die symbolische und archetypische Welt des Tarot unmittelbar erfahrbar machen soll.

Jeder der sieben Sätze widmet sich einer eigenen archetypischen Figur. Im ersten Satz steht das Euphonium im konzertanten Vordergrund und verkörpert den Narren – Sinnbild für Freiheit, Mut und Furchtlosigkeit. Der Magier wird musikalisch mit Merkur, Kommunikation und Verwandlung verbunden und enthält sogar eine überraschende Paraphrase des Jazz Waltz von Schostakowitsch. Bei der Hohepriesterin übernimmt die Orgel die führende Rolle, während im Eremiten die tiefe Kontrabasstuba in B zum musikalischen Mittelpunkt wird.

Besonders eindringlich ist der Satz „Der Tod“. Anders als die unmittelbare Bedeutung der Tarotkarte vermuten lässt, steht er bei Schneider nicht für Zerstörung, sondern für Veränderung, Wandlung und die Möglichkeit eines Neubeginns. Der Satz ist zugleich dem Andenken an Gerhard A. Meinl (1957–2026) gewidmet, der während der Entstehung des Werkes verstarb. Gerhard A. Meinl, langjähriger Firmeninhaber der früheren Wenzel Meinl GmbH, B&S GmbH und früheren Anteilseigner der Buffet Crampon, war Freund, Förderer und Sponsor des Melton Tuba Quartetts und unterstützte die Entstehung von „Tarot – Spiegel der Seele“. Das Quartett widmet ihm das Werk in großer Dankbarkeit. „Wir werden ihn bei jeder Aufführung dieses Werkes tief in unseren Herzen tragen“, schreibt das Melton Tuba Quartett in seiner Widmung.

Das Finale bildet mit „Das Universum“ die letzte der sieben musikalisch ausgewählten Tarotkarten. Sie steht für Vollendung, Befreiung und das „Ja!“ zum Ganzen – und damit für einen musikalischen Abschluss voller Frieden. Im Rahmen des Konzerts werden weitere Werke von Barock bis Moderne erklingen.

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40 Jahre Melton Tuba Quartett

Die Uraufführung ist Auftakt zu einem besonderen Jubiläum: 1987 gegründet, feiert das Melton Tuba Quartett 2027 sein 40-jähriges Bestehen und blickt auf vier Jahrzehnte internationaler Konzerttätigkeit zurück. Das Ensemble gilt als Deutschlands erstes professionelles Tubaquartett. Es gastierte bei renommierten Festivals, spielte unter anderem in der ausverkauften Berliner Philharmonie und war 2025 beim Internationalen Tubakongress in Valencia zu erleben. Mit sechs CDs und zahlreichen Uraufführungen hat das Quartett immer wieder neue Impulse für die Literatur und die musikalischen Möglichkeiten der Tuba gesetzt.

Für die Uraufführung in Darmstadt steht das Quartett mit Ulrich Haas, Jörg Wachsmuth, Heiko Triebener und Hartmut Müller auf der Bühne. Alle vier renommierten Tubisten sind Interpreten an Tuben der Marke „Melton Meinl Weston“, die Teil der Buffet Crampon Familie ist. An der Orgel ist Katharina Königsfeld zu erleben, die bereits 2024 gemeinsam mit dem Melton Tuba Quartett Werke für die ungewöhnliche Besetzung von Tubaquartett und Orgel zur Uraufführung brachte. Organisiert wird das Konzert von der Dotter-Stiftung Darmstadt. 

Konzerttermin

— 81. Dotter-Konzert: Tuba Tubissima und die Königin der Instrumente

40 Jahre Melton Tuba Quartett – Auftakt der Jubiläumstour
Uraufführung: Enjott Schneider – „Tarot – Spiegel der Seele“
für Tuba-Quartett und Orgel sowie Werke von Johann Sebastian Bach, Gioacchino Rossini oder Peter I. Tschaikowsky

— 15. November 2026, 17 Uhr
Christuskirche Darmstadt-Eberstadt

Organisation: Dotter-Stiftung Darmstadt

Mit:
Melton Tuba Quartett
Ulrich Haas · Jörg Wachsmuth · Heiko Triebener · Hartmut Müller
Orgel: Katharina Königsfeld

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