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- Rolf Haller

Erfolgreiches Konzert der CANNY BRASS

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Der Gemeindesaal in Buchs war beim Auftritt der CANNY BRASS vom Sonntag 2. November, 17 Uhr, voll besetzt. Um dem Besucheransturm Herr zu werden, platzierte die Betriebsleitung auf der Seite sogar drei zusätzliche Stuhlreihen.

«Cross of Honour», eine Komposition von William Rimmer, ist ein schmissiger Marsch. Er thematisiert ein Verdienstkreuz. Im militärischen Kontext wird ein solches Verliehen, wenn sich Soldaten aufgeopfert haben. Dies wird musikalisch damit unterstrichen, dass der Marsch in den ersten beiden Teilen spannungsvoll in Moll komponiert ist. Im dritten Teil löst sich diese Spannung durch einen Übergang in F-Dur. Geradezu fröhlich wirkte darauf die «Romantische Ouvertüre», welche der Komponist Stephan Jaeggi aus dem solothurnischen Fulenbach kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geschrieben hatte. Sie kontrastiert stilistisch auffällig zum pathetischen «General-Guisan-Marsch», den Jaeggi als Sieger in einem Kompositionswettbewerb bei Kriegsbeginn veröffentlichen durfte. Dirigent Hans Nigg drückte dieser Ouverture mit einer stilsicheren Interpretation seinen persönlichen Stempel auf.

Mit der Hymne «Gresford» von Robert Saint bewies die CANNY BRASS, dass sie auch eine tragische Thematik brillant meistern kann. Die Hymne erinnert an ein schweres Grubenunglück in Nord-Wales, bei dem im Jahr 1934 266 Bergleute ums Leben kamen. «Frolic for Trombones» bedeutet: «Ein Scherz für Posaunen». Das Solo für das Posaunenregister war tatsächlich unterhaltsam, aber auch anforderungsreich. Es wurde von den Solisten so brillant gemeistert, dass das Publikum mit anhaltendem Applaus eine Zugabe forderte. 

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Frohlockende Posaunen mit dem "Frolic for Trombones"

Dass Joseph Strauss auch Kompositionsaufträge entgegennahm, verriet die anschliessend interpretierte Polka. Eine Firma, welche Tresore herstellt liess diesen von Strauss komponieren. Solo-Instrument ist dabei ein Amboss, welcher vom Schlagzeuger der CANNY BRASS effektvoll geschlagen wurde. Es folgte eine Pause, welche vom Publikum für einen regen Austausch genutzt wurde.

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Der Amboss für einmal als Musikinstrument

Der zweite Teil wurde mit dem Titel «Prismatic Light», komponiert vom Schotten Alan Fernie, schmissig eröffnet. Das Publikum liess sich von diesem Sound-Feuerwerk sogleich mitreissen. Ebenso lebhaft geriet das anschliessende Cornet-Trio «Bugler’s Holiday» von Leroy Anderson, souverän interpretiert von drei Solo-Kornetisten. Diese meisterten ihre Aufgabe makellos und überzeugend. Aber auch die 30 begleitenden Musiker waren beim angeschlagenen Tempo gefordert, zeigten jedoch keinerlei Schwächen.

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Überzeugender Auftritt der drei Solo-Kornettisten

Der kanadische Sänger und Komponist Leonard Cohen hatte mit zahllosen Eigenkompositionen internationalen Erfolg, aber auch mit Arrangements von bestehenden Liedern. Von diesen wählte die CANNY BRASS seine Bearbeitung von «Hallelujah» aus. Dessen emotionale Stimmung berührte  das Publikum spürbar und setzte einen Kontrapunkt zu den lebhaften Titeln, welche vorangegangen waren. Der russisch-stämmige Komponist Irving Berlin schuf mit dem Titel «Putting on the Ritz» eine sehr rhythmischen Song, welcher die glamouröse Stimmung im New Yorker Hotels Ritz wiedergeben sollte. Das Nobel-Hotel wurde bekanntlich vom Oberwalliser Cäsar Ritz gegründet. Die Songs der schwedischen Familien-Band ABBA inspirierten Alan Fernie zu einem Arrangement. Sieben ABBA-Songs richtete Alan Fernie effekt- und stilvoll für für Brass Band ein. Das zeigte auch das Publikum mit seinem begeisterten Applaus. Den Abschluss des Programms bildete der «Triumph-Marsch» des Zürcher Komponisten Hans Heusser. Dieser inspirierte den britischen Komponisten Ray Woodfield zu enem Arrangement für Brass Band, welches die CANNY BRASS wie alle anderen Titel überzeugend interpretierte.Es war keine Überraschung, dass das Publikum danach eine Zugabe verlangte. Diese erfolgte mit der ürsprünglich für Dudelsack komponierten Melodie «Highland Cathedral». Die drei Euphonisten der Band stimmungsvoll in den vollen Saal hinausgetragen. 

Das ganze Konzert wurde wie seit über zehn Jahren von Helen Gloor moderiert. Mit hoher Fachkenntnis, Charme, Einfallsreichtum und Witz setzte sie dem Konzert einen einzigartigen Touch. Sie verknüpfte die Konzerttitel originell mit einer unterhaltsamen Rahmengeschichte, was das Publikum mit eines zusätzlichen Ovation würdigte.

Eine derart überzeugende Performance ist nur mit einem musikalischer Leiter denkbar, der die aufgeführten Werke kompetent und stilsicher interpretieren kann. Hans Nigg schafft es auch, das Potenzial, das in den Mitgliedern der Band offenbar innewohnt maximal auszuschöpfen. Dazu ist nicht nur eine brilliante musikalische Kompetenz erforderlich. Um von den Mitspielenden das Maximum ihrer Potenzials abrufen zu können, braucht es ebenso eine herausragende pädagogische Kompetenz. Darüber verfügt Hans Nigg sicht- und hörbar. Die vielen entsprechenden Rückmeldungen des Publikums während des im Anschluss offerierten Aperos zeugen davon.

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1 Kommentar
Ich sage Ihnen besten Dank für den tollen Beitrag