Am Samstag, den 13. Juni, verwandelt sich das SPOT / De Oosterpoort in Groningen erneut zur Bühne für einen der spannendsten Blechbläser-Wettbewerbe Europas: Die Dutch Open Brass Band Championships (DOBC) bringen sechzehn Brass Bands aus der Schweiz, Deutschland, Belgien und den Niederlanden zusammen. Ein klangvolles Stelldichein, das Musikerinnen und Musikern wie Publikum gleichermassen etwas zu bieten hat.

Deutschland und Schweiz gut vertreten
Unter den internationalen Teilnehmern stechen besonders die deutschen und Schweizer Formationen hervor. Aus Deutschland reist die Brass Band Düren an, die in der zweiten Division antritt und zeigen will, was rheinische Blechbläserkultur zu leisten vermag.
Gleich zwei Schweizer Bands nehmen den Weg in die Niederlande auf sich: Die Brassband Kirchenmusik Flühli tritt in der ersten Division an, in der die Konkurrenz erfahrungsgemäss besonders dicht ist. In der zweiten Division ist zudem die Brassband Musik Frohsinn Oberburg dabei und rundet die eidgenössische Präsenz beim Wettbewerb ab. Beide Formationen wollen die Schweizer Brass Band-Kultur, die sich in der Regel durch präzises Zusammenspiel und hohes technisches Niveau auszeichnet, würdig repräsentieren.
Sechzehn Bands, drei Divisionen
Der Wettbewerb gliedert sich in drei Leistungsklassen. In der Höchstklasse, dem Herzstück des Events, messen sich ausschliesslich niederländische Spitzenformationen: Die Brass Band Schoonhoven A, Soli Brass, die Spijkerpakkenband, die Provinciale Brassband Groningen, De Bazuin Oenkerk A sowie die Brassband De Wâldsang.
Die erste Division vereint neben der Kirchenmusik Flühli noch drei weitere niederländische Bands: Hera Brass, Brassband Kunst naar Kracht und Brassband Amersfoort. Für Hera Brass ist der DOBC dabei ein ganz besonderer Moment – es ist der erste Auftritt der Projektband bei einem Meisterschaftswettbewerb überhaupt. Zudem besteht das Ensemble ausschliesslich aus Musikerinnen, was dem Wettbewerb eine erfrischende Note verleiht.
Freie Programmwahl und ein Preis für Kreativität
Eine Besonderheit des DOBC ist sein offenes Format: Jede teilnehmende Band gestaltet ihr 30-minütiges Programm völlig frei. Wer dabei besonders einfallsreich ist, kann zusätzlich den Preis für das innovativste Programm gewinnen. Dieser Anreiz belohnt ungewöhnliche Repertoirewahl und musikalische Risikobereitschaft.
Die siebenköpfige Jury setzt sich international zusammen und umfasst Fachleute aus Deutschland (Marco Leibach, Tobias Terhardt), den Niederlanden (Quirijn van den Bijlaard), Norwegen (Karl Ole Midtbø, Margaret Antrobus) und Belgien (Bernd van Echelpoel).

Einbettung in die Groningen Brass Experience
Der DOBC ist nicht als isoliertes Ereignis zu verstehen, sondern als Höhepunkt einer ganzen Festivalwoche: Die Groningen Brass Experience läuft vom 8. bis 14. Juni und bietet ein vielfältiges Rahmenprogramm. Dazu gehören Workshops für leichte Musik, Open-Air-Auftritte in der Groninger Innenstadt, ein Big-Band-Festival auf dem Waagplein sowie Konzerte in der gesamten Region, von Groningen über Drenthe bis nach Friesland.
Als besonderes Glanzlicht gilt das Galakonzert der Big Band der Bundeswehr am Donnerstag, den 11. Juni, ebenfalls im SPOT / De Oosterpoort – ein Abend, der Militärmusik auf Konzerthausniveau präsentiert und die deutsch-niederländische Verbundenheit im Rahmen des Festivals einmal mehr unterstreicht.
Nicht zuletzt hätte der Wettbewerb in diesem Jahr sogar trans-atlantisches Flair bekommen: Eine Brass Band aus Florida hatte ihre Teilnahme angekündigt, musste die Reise jedoch wegen gestiegener Treibstoffpreise absagen. Ein Fingerzeig auf die wirtschaftlichen Realitäten, mit denen kulturelle Austauschprojekte zunehmend konfrontiert sind.
Tickets und weitere Informationen sind unter groningenbrass.com erhältlich.


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